Exkurs: Treasury

Exkurs: Treasury

by Marc T. PIRA
Das Treasury eines Unternehmens ist sicherlich einer der spannendsten, vielseitigsten und überlebenswichtigsten Bereiche. Nicht umsonst wird es organisatorisch zum erweiterten Management gezählt. Wie auch Sie von einem sauber organisiertem Treasury profitieren können, wollen wir Ihnen auf dieser Seite schildern.

Große Unbekannte

Viele bereits etablierte Unternehmen reiben sich verwundert die Augen: Nach einer akuellen Studie steht das Treasury im Unternehmen auf nahezu keinen universitären Lehrplan. Wenn es dann doch mal behandelt wird, dann werden die damit verbundenen Themenkreise eher stiefmütterlich umrissen. Wie kann das sein? Immerhin steigt der Stellenwert des Treasury spätestens seit der Finanzkrise kontinuierlich an.

Industrie oder Bank

Je nach Sichtweise unterscheiden sich die Aufgaben einer Treasury Abteilung eklatant. Auch wenn wir sowohl Banken als auch Industrieunternehmen beraten, so kommen die häufigsten Anfragen sicherlich aus dem Industriebereich, weswegen wir in unserem Artikel auch den klaren Schwerpunkt auf das Treasury im Industrieunternehmen legen.

Folgt man der Definition des Treasury Begriffs im Gabler Wirtschaftslexikon so versteht man hierunter

die Erfassung und Steuerung zahlungsstromorientierter Finanzmittel zur Innen- und Außenfinanzierung. Ziel dieser dynamischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist die unternehmensweite Liquiditätssteuerung „um das gegenwärtige und das erwartete oder geplante Geschäftsvolumen mit den Finanzierungsfähigkeiten des Unternehmens in einem ausgeglichenen Verhältnis zu halten“.

Die Steuerung von Zahlungsströmen und das damit verbundene Management der Liquidität sind also die zentralen Begriffe, der Aufgabenbereich ist somit zumindest vordergründig klar umrissen. Und dennoch macht man es sich bei einer Beschränkung nur das Liquiditätsmanagement zu einfach, denn während früher hauptsächlich Tätigkeiten rund um das Cash- und Risikomanagement im Fokus der Treasury Abteilungen standen, wird der Treasurer heute immer mehr als interner Finanzberater und Dienstleister im Unternehmen betrachtet.

Die jeweiligen Zielsetzungen innerhalb des Treasury variieren dabei je nach strategischer Ausrichtung des Unternehmens und die Tätigkeitsfelder des Treasurers können daher auch abhängig vom Unternehmen mitunter stark variieren. Eine der wesentlichen Kernaufgaben liegt jedoch darin, die Liquidität im Unternehmen so zu steuern, dass die jederzeitige Zahlungsfähigkeit gewahrt bleibt. Insofern hält der Treasurer eine für die Entwicklung des Unternehmens strategisch wichtige Position.

Daneben bestehen jedoch weitere, teilweise auch untergeordnete Ziele, wie etwa das allgemeine finanzielle Risikomanagement, besonders die risikoadäquate Steuerung der Zins-, Währungs- oder Kreditrisiken, die Optimierung der Finanzierungskosten, die Betrachtung von Renditeaspekten, das Management von Banken und Konten, sowie die Einhaltung interner und externer regulatorischer Vorgaben. Bei allem ist eine enge Abstimmung mit dem Vorstand unabdingbar.

Der Einfluss des Treasury auf die Unternehmenssteuerung nimmt zu, besonders im Hinblick auf strategische Entscheidungen und grade dann, wenn das Treasury wertschöpfend ausgerichtet ist. Hier steht der Treasurer dann häufig als interner Berater der Geschäftsführung parat. Typische Aufgaben sind in solchen Fällen bspw. die Mitwirkung bei der Finanzierung von externem Wachstum, die Nutzung von Synergiepotenzialen sowie die Mitwirkung bei der Reduzierung der Steuerbelastung.

Mit unserer Erfahrung unter anderem im Management finanzieller Risiken sowie der Ausgestaltung von Cash- und Liquiditätsmanagement sind wir Ihr Allrounder bei der Analyse und Optimierung bestehender sowie ggf. der Einführung neuer Abläufe und Prozesse. Sprechen Sie uns an.