Hintergründe zum FX Hedging

Hintergründe zum FX Hedging

by Marc T. PIRA

Als international ausgerichteter Unternehmen sind Sie im Tagesgeschäft mit nicht zu unterschätzenden Währungs- und Wechselkursrisiken konfrontiert. Eine jähe Devisenkursänderung kann je nach Geschäft zu einer Beeinträchtigung der Liquidität führen und sich somit im schlimmsten Fall zur Existenzfrage auswachsen. Dieser Artikel soll daher das Bewusstsein über Währungsrisiken schärfen und auf ausgewählte Methoden zur Absicherung eingehen.

Ein simples Beispiel verdeutlicht die Einflüsse von Variablen und deren Mechanismen auf das Währungsrisiko: Sie akquirieren einen Kunden, mit dem Sie ein in US-Dollar notierten Vertrag über 100.000 Dollar schließen. Zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses beträgt der Wechselkurs von Euro in Dollar 1:1,20. Der Vertragswert beträgt damit für Sie in Deutschland 83.333,33 EUR. Die „Stunde der Wahrheit“ schlägt zum Zeitpunkt der Fakturierung, bzw. dann, wenn Sie die erworbenen USD in EUR tauschen wollen. Dieser Zeitpunkt kann insbesondere bei langfristig orientierten Geschäften oftmals weit in der Zukunft liegen. Aufgrund der Kursbewegungen am Devisenmarkt besteht ein Wechselkurs-Risiko. Steigt der Dollar auf ein Verhältnis 1:1,10, erhalten Sie 90.909,09 EUR, Ihr Wechselkurs-Plus: rund 7.500,00 EUR. Fällt die Fremdwährung hingegen im Wert auf eine Parität von 1:1,5, so wird Ihr Erlös zum Fakturierungszeitpunkt lediglich 66.666,67 EUR betragen. Die Transaktion beschert einen Verlust.

Monatliche Entwicklung des Wechselkurses des Euro gegenüber dem US-Dollar von Oktober 2016 bis Oktober 2017 (in US-Dollar), Quelle: Statista.de

Wechselkursrisiko durch Wechselkursschwankungen

Sie sehen, neben sämtlichen Chancen lauern auch Risiken, denn die Devisenmärkte sind durch permanente Bewegung gekennzeichnet. Solange Sie sich im Euro-Raum der Europäischen Union bewegen, besteht dieses Risiko nicht, wenn Sie in Euro fakturieren. Wie unser Eingangs-Beispiel verdeutlicht, besteht ein Währungsrisiko immer dann, wenn mindestens zwei Währungen aufeinandertreffen, die in Relation zueinanderstehen. Die für ein Geschäft in Betracht kommenden Währungen bilden ihren Wert in Relation zu der jeweils anderen Währung (unser Beispiel).

Währungsrisiko aus Fremdwährungspositionen eines Unternehmens

Von der Warte Ihres Verantwortungsbereichs Finanzen betrachtet ergibt sich das Währungsrisiko aus den Fremdwährungspositionen der Firma in Abhängigkeit von möglichen Wechselkursschwankungen am internationalen Devisenmarkt. Die Unwägbarkeit künftiger Entwicklungen wird umgangssprachlich als Wechselkursrisiko bezeichnet. Ein Währungsrisiko besteht zu jedem einzelnen Geschäft mit seiner spezifischen Währungshistorie. Aus unternehmerischer Warte ist jedoch das als „Unternehmens-Exposure“ bezeichnete Gesamtrisiko in einer Währung von zentralem Belang.

Währungsrisiko – drei Teilrisiko-Aspekte

Aus betriebswirtschaftlicher Warte hat sich die Unterteilung des Währungsrisikos in drei Teilrisiko-Aspekte etabliert:

Transaktionsrisiko (engl.: transaction exposure)

Das Transaktionsrisiko, auch als Umwandlungsrisiko bezeichnet, entsteht im Zuge des operativen Geschäfts bei der Fakturierung in Fremdwährung.

Translationsrisiko (engl.: translation exposure)

Das Translationsrisiko – Umrechnungsrisiko – siedelt sich bei der Umrechnung von originär in Fremdwährung ausgewiesenen Bilanzpositionen in die Konzernberichtswährung an. Es resultiert aus Kursschwankungen während zweier aufeinander folgender Bilanzstichtage. Das Translationsrisiko wird in zahlreichen Unternehmen bei der Risikoabsicherung eher weniger berücksichtigt.

Operationsrisiko (engl.: operating exposure)

Das Operationsrisiko bezeichnet die in der Zukunft liegenden in- und ausländischen Zahlungsströme, noch ehe reale, konkret messbare und bewertbare Transaktions-Positionen entstanden sind. In der Unternehmenspraxis mancher Firmen fasst man bei der Risiko-Darstellung die beiden Teil-Risiken „Transaktionsrisiko“ und „operatives Risiko“ unter dem Begriff „Ökonomisches Risiko“ (Economic Exposure) zusammen.

Absicherung durch Devisentermingeschäfte & Optionen

Wie die Aufschlüsselung zeigt, schlummern im Währungsrisiko nicht zuletzt erhebliche Prognoseprobleme für die Geschäfte Ihres Unternehmens. Diese haben ihre Ursache in den komplexen unternehmerischen Risiken, die aus Devisenkurs-Veränderungen erwachsen. In Ihrer beruflichen Funktion in einem international operierenden Unternehmen zählt der Umgang mit dem Währungsrisiko und die Erarbeitung präventiver Finanzstrategien zum „Daily Business“. Als „Chef der Zahlen & Finanzen“ obliegt Ihnen nicht zuletzt der Part der Risiko-Minimierung im Sinne prosperierender Unternehmensinteressen.

Währungsrisiken lassen sich durch eine gezielte Reduzierung offener Währungspositionen abmildern. Mit Werkzeugen zur Bildung entgegengesetzter Währungspositionen oder durch Kurssicherungsgeschäfte lässt sich das Währungsrisiko im besten Falle neutralisieren.

Ein Währungsrisiko wächst an und wird größer, je länger sich die Zeitspanne zwischen Vertragsabschluss und der Bezahlung ausdehnt. Wie Sie aus Ihrer Praxis vielleicht bestätigen können, liegen zwischen den beiden Terminen oft Jahre. Als probates Mittel zur Absicherung von Währungsschwankungen empfiehlt sich deshalb häufig der Abschluss eines Devisentermingeschäfts oder Optionsgeschäfts. Über entsprechend bemessene Absicherungsintervalle verbessern sich dabei die Möglichkeiten für eine Anpassung an neue Kursstände und Marktgegebenheiten. Dabei gilt es, die Kosten der Absicherung fest im Visier zu behalten. Diese orientieren sich an der Höhe der Zinsen in den jeweils relevanten Währungsräumen.

Aufgrund der Komplexität der Materie empfiehlt sich das Hinzuziehen von externen Experten, die ihre Fachkompetenz rund um das Thema „Währungsrisiko“ bereits vielfach unter Beweis gestellt haben. Die Fachkompetenz eines geeigneten Beratungsunternehmens unterstützt Sie wirkungsvoll bei der Erfüllung Ihrer anspruchsvollen Aufgaben und die Firma beim Erreichen ambitionierter Unternehmensziele.

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